BF-033 · Sozial

In-Group Bias

Eigengruppen-Verzerrung

Du nennst es Loyalität, wenn deine Gruppe einen Rabatt auf Wahrheit bekommt.

Typische Selbstlüge

„Ich kenne meine Leute.“

Was hier wirklich passiert

Wir bewerten Menschen der eigenen Gruppe wohlwollender als Außenstehende, oft schon ab völlig willkürlichen Zugehörigkeiten. Dieselbe Handlung gilt im eigenen Lager als pragmatisch, im fremden als nachlässig. Loyalität ersetzt die Prüfung. Die Grenze zwischen „wir“ und „die“ verzerrt das Urteil, bevor es überhaupt beginnt.

So klingt es in deinem Kopf

Aus dem eigenen Team ist es „pragmatisch“. Von außen wäre genau das „nachlässig“.

Wie du dich sauber herausredest

Im Projekt verzeiht man dem eigenen Team einen Fehler als verständlichen Ausrutscher, während derselbe Fehler der anderen Abteilung als Beweis ihrer Unfähigkeit gilt. Schon zufällig zugeteilte Gruppen — eine Farbe, ein Trikot, ein Losentscheid — reichen, damit Menschen die eigenen bevorzugen. So entstehen Lagerdenken, Vetternwirtschaft und blinde Loyalität, lange bevor es um echte Unterschiede geht. Im Sport, in der Politik und zwischen Abteilungen genügt oft ein Etikett, damit aus Menschen Lager werden und dieselbe Handlung je nach Trikot Beifall oder Empörung auslöst.

Woran du ihn erkennst

  • Du beurteilst dieselbe Tat je nach Zugehörigkeit unterschiedlich.
  • Fehler der eigenen Gruppe wiegen für dich leichter.
  • Du vertraust Menschen vor, nur weil sie „zu uns“ gehören.

Gefährlich bei

Teams, Politik, Familie, Kultur, Abteilungen.

Die unbequeme Gegenfrage

Prüfe, ob du dieselbe Tat anders bewerten würdest, käme sie von der anderen Seite. Frag dich, ob jemand dein Vertrauen verdient hat oder es nur durch Zugehörigkeit bekommt. Zufällige Gruppen — eine Farbe, ein Verein, eine Abteilung — sind kein Argument. Wende auf das eigene Lager denselben Maßstab an wie auf das fremde, dann verschwindet der halbe Konflikt.

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